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Die Open Space-Methode

Kaffeepausen sind oft die produktivsten Teile einer Konferenz. Warum das so ist? Weil die TeilnehmerInnen in den Pausen über Themen sprechen, für die sie sich wirklich interessieren, und das nur so lange, wie die Diskussion interessant für sie ist. Die Open Space-Methode baut auf dieser Beobachtung auf, indem sie TeilnehmerInnen von Besprechungen und Konferenzen ermöglicht, ihre eigene Tagesordnung von Workshops, Präsentationen und Diskussionsgruppen festzulegen, und sie dazu ermutigt, in eine andere Gruppe zu gehen, sobald sie in einer Gruppe gelangweilt sind. Es gibt keine Hauptredner, keine im voraus angekündigten Workshop-Zeitpläne. Die TeilnehmerInnen kreieren ihre eigene Konferenz und werden zu gegenseitigen LehrerInnen.

Wie es funktioniert:

1. Eröffnungsrunde
Jede/r die/der eine Diskussion oder Aktivität initiieren will, schreibt sie groß auf ein Blatt Papier, steht auf und stellt sie vor. Ort und Zeitpunkt werden gemeinsam festgelegt. Eine Übersichtstafel an der alle Workshops ausgehängt sind erleichtert während der Konferenz den Überblick (zu Angebot, Zeit und Ort). Nachdem einer der vordefinierten Orte und Zeitpunkte ausgewählt wurde, wird der Zettel mit dem Workshopthema entsprechend auf der Übersichtstafel platziert. So kann es im Grunde nicht passieren, dass ein bestimmtes Thema nicht abgedeckt wird, weil jede/r die Möglichkeit hat, Themen vorzuschlagen. Wenn ein Thema nicht vorkommt, war es niemanden wichtig genug, die Verantwortung dafür zu übernehmen.
2. Eintragen / Der Dorfmarktplatz
Die TeilnehmerInnen versammeln sich vor der Übersichtstafel, tragen sich in die Workshops ein und stellen ihren eigenen Zeitplan für die Konferenz zusammen.
3. Workshops & Treffen
Die Workshops fangen sofort danach an. Abhängig vom Gesamtzeitplan, können mehrere Workshops hintereinander stattfinden, mit Plena zwischendurch, oder nur einem Abschlussplenum.
4. (Abschluss-) Plenum
Im (Abschluss-)Plenum finden, wenn dies passt, Berichte aus den Gruppen sowie eine abschließende Diskussion statt.

Die einzige Regel: Das Gesetz der Beweglichkeit (der Füße)

Während einer Open Space-Veranstaltung sind die TeilnehmerInnen für ihr eigenes Lernen verantwortlich. Dies setzt voraus, dass sie in einen anderen Workshop wechseln, sobald sie in einer Gruppe weder lernen noch beitragen können. Anstatt in einer Situation zu bleiben, in der sie ihre Zeit verschwenden, sind die Teilnehmer ermutigt, aufzustehen und in eine Gruppe zu gehen, die sie interessiert, oder eine Kaffeepause zu machen.

Die vier Prinzipien:

1. Die Anwesenden sind die richtigen Leute.
Die Leute, die in einen Workshop kommen sind genau die, die dort sein wollen und sich an der Diskussion oder Aktion beteiligen wollen. Als selbstorganisierte, freiwillige Veranstaltung reduziert Open Space die Wahrscheinlichkeit, dass negativ eingestellte und unengagierte Leute teilnehmen und die Gruppenenergie beeinträchtigen.
2. Was auch immer passiert, es ist das Einzige, was passieren konnte.
Wirkliches Lernen kann stattfinden, wenn wir unsere Erwartungen loslassen und uns neuen Ideen öffnen. Das Ergebnis eines Open Space ist nie vorbestimmt und die TeilnehmerInnen sind oft von den Ergebnissen überrascht.
3. Wann auch immer es anfängt, ist die richtige Zeit.
Seid entspannt bezüglich des Zeitplans - Kreativität und Gruppenenergie wird nicht durch die Uhr bestimmt. Gruppen beginnen in ihrem eigenem Tempo zu arbeiten. Daher sind Workshop-Zeitpläne flexibel und es gibt keinen Druck, "mit der Arbeit zu beginnen".
4. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
Das kann vor oder nach der vorgesehenen Zeit sein. Schließt den Workshop, wenn er abgeschlossen ist, auch wenn es vor der festgesetzten Zeit ist.

Was passiert:

Es werden genau die Themen besprochen, die den TeilnehmerInnen zum Zeitpunkt der Konferenz die wichtigsten sind. Und wir sind neugierig, welche das dieses Jahr sein werden!

Mehr Informationen über Open Space: http://www.openspaceworld.org

 
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Open Space Technology

Coffee breaks are often the most productive part of a conference. Why? Because people talk about issues that are of real interest to them, and only as long as they feel the conversation is interesting to them. Open Space Technology builds on that experience by enabling participants in meetings and conferences to create their own programme of workshops, presentations and discussion groups, and encouraging participants to move somewhere else whenever they feel bored. There are no keynote speakers, no pre-announced schedules of workshops. Participants create their own conference and become each other's teachers.

How it works

1. Opening Session
Anyone who wants to initiate a discussion or activity, writes it down on a large sheet of paper in big letters and then stands up ad announces it to the group. After selecting one of the many pre-established times and places, they post their proposed workshop on a wall. No one can complain about a particular issue not getting discussed because everyone has equal opportunity to submit topics. If a topic is not raised, no one felt enough passion about it to take responsibility for hosting a discussion group.
2. Signing Up / The Village Marketplace
Participants gather around the wall, sign up for workshops and gather their personal schedules for the conference.
3. Workshops & Meetings.
The first meetings begin immediately. Depending on the overall schedule, there might be more workshops slots in a row, with a plenary circle in between or at the end of all workshops.
4. (Final) Plenary Circle
The (final) plenary circle may contain reports from the groups if appropriate, discussions, questions and final statements etc.

The one law: the law of mobility (law of feet)

During an open space event, participants are responsible for their own learning, and this requires moving to a different discussion group or workshop any time they are neither learning nor contributing. Rather than remain in a situation where their time is being wasted, participants are encouraged to get up and move to a group that meets their needs, or go have a coffee break.

The four principles

1. Whoever comes are the right people
The people who come are those who want to be there and engage in the discussion or action. As a self-managed voluntary event, Open Space reduces the chances that negative or disengaged people will attend and diminish the group‘s energy.
2. Whatever happens it the only thing that could have
Real learning happens when we let go of expectations and open ourselves to new ideas. The outcome of an open space event is never pre-determined and often people are surprised by the results.
3. Whenever it starts is the right time.
Be relaxed about scheduling – creativity and group energy is not governed by the clock. Groups get down to work at their own unique pace. As a result, discussion group schedules are fluid and there is no pressure on people to "get down to work".
4. When it‘s over, it‘s over.
That might be before or after the scheduled time. Conclude the group if it‘s finished even if it‘s before the scheduled time.

What happens...

The issues that are most important to people at the time of the conference will get discussed... and done. We're most curious which topic will come up this year!

More Information on Open Space: http://www.openspaceworld.org