Über die Konferenz

Seit über zehn Jahren lädt die Internationale Frauen-SM-Konferenz zu Ostern Lesben und andere neugierige Frauen ein, sich ein paar Tage lang ausschließlich den gemeinsamen Leidenschaften zu widmen. Auch Transgenderjungs, die sich der Frauen-BDSM-Szene verbunden fühlen, sind willkommen. Die Konferenzen bieten tatkräftige Workshops, Zeit zum Austausch über die unterschiedlichsten Passionen, Partys, Raum zum Kennenlernen Gleichgesinnter, zum Vertiefen bekannter und zum Entdecken noch unbekannter Spielvarianten. Gesprochen wird Englisch und Deutsch, und alle helfen beim Übersetzen.

Das Thema dieses Jahr: Entwicklungen

Die Entwicklung der Community

Seit Ende der 1990er Jahre haben wir ein lebendiges Netzwerk von BDSM-Frauen in Europa, teilweise über Kontinente hinaus bis in die USA und nach Kanada. Wir haben Manchester und die Osterkonferenz und das Schmacht-Netzwerk. Die "Osterkonferenz" ist dabei zu einer festen Größe unserer Community gewachsen. Sie hat viele Namen: "SchMacht!-Konferenz", "Internationale Frauen SM-Konferenz", "Berlin-Konferenz" oder "Osterkonferenz". Ebenso wie der Name der Konferenz hat auch sie selbst Entwicklungen durchlaufen.

Entstanden aus der Initiative weniger wurde die Konferenz in den 1990er Jahren ins Leben gerufen. Mit wenig Aufwand und Kapital wurde eine wundervolle Konferenz und Atmosphäre von den Organisatorinnen geschaffen. Aufgrund des bewährten Ablaufes der Konferenz und der regen Beteiligung der Teilnehmerinnen finden sich inzwischen jedes Jahr neue Organisationsteams aus dem Kreis der Teilnehmerinnen, um die Konferenz mit Leidenschaft und neuen Ideen fortleben zu lassen - frei nach dem Motto der ersten Organisatorinnen: "Minimaler Aufwand und finanzielles Risiko - maximaler Spaß, maximale Interaktion und Spielgelegenheiten - nicht zuletzt für die Organisatorinnen selbst."

In diesem Sinne sehen wir die Konferenz weniger als eine Veranstaltung, die wir wesentlich inhaltlich gestalten als vielmehr einen Treffpunkt der Community, der durch diese selbst gestaltet wird, während wir uns um den organisatorischen Rahmen kümmern.

Die Entwicklung der Konferenz

Anknüpfend auf die Erfahrungen der letzten Jahre wollen wir dieses Jahr eine neue Form, Veranstaltungen zu planen, ausprobieren: Einen Call for Workshops. Damit wollen wir hoffentlich vor allem die Vorteile zweier Veranstaltungsformen der letzten Jahre kombinieren: Open Space und eingeladene Workshops.

Open Space ist eine Veranstaltungsform, in der zu Veranstaltungsbeginn die Teilnehmerinnen selbst entscheiden, welche Themen besprochen werden. Open Space schafft damit den Raum, genau die Themen zu besprechen, die im Moment der Veranstaltung für die Teilnehmerinnen anstehen. Jede hat die Freiheit und Pflicht, den für sie richtigen Ort zu finden, die für sie richtige Veranstaltung zu schaffen. Aus den "brennenden" Themen entstehen lebendige Diskussionen, in denen die Teilnehmerinnen voneinander lernen. Für jedes Thema/jeden Workshop gibt es eine Verantwortliche, und Zeiten und Räume werden gemeinsam festgelegt (siehe auch den Ankündigungstext Open Space von 2006). Vorteil von Open Space ist, dass die Themen besprochen werden, die den Teilnehmerinnen gerade wichtig sind. Nachteile sind, dass es nicht möglich ist, Workshops inhaltlich oder vom Material her sorgfältig vorzubereiten, und die Teilnehmerinnen nicht wissen können, was sie auf der Konferenz erwartet.

Bei eingeladenen Workshops wählen die Veranstalterinnen Themen und Referentinnen aus und übernehmen damit die inhaltliche Organisation der Veranstaltung. Der Vorteil ist dabei, dass die Workshopleiterinnen in der Regel einige Erfahrungen mitbringen, die Workshops vorbereiten können und die Teilnehmerinnen wissen, welche Themen sie auf der Konferenz erwarten. Ein Nachteil ist, dass die Themen nicht unbedingt mit den Interessen der Teilnehmerinnen übereinstimmen und für einige keine oder nur wenige interessante Workshops dabei sind.

Mit dem "Call for Workshops", dem Aufruf, für Euch interessante Workshops anzubieten bzw. zu initieren, möchten wir beides Verbinden:

Die Möglichkeit, die Konferenz mit den für Euch wichtigen Themen auf dem für Euch richtigen Level zu füllen, liegt bei Euch - wie beim Open Space. Durch die längerfristige Planung der Workhops können sie besser vorbereitet werden, und ihr wisst, welche Themen Euch erwarten - wie bei eingeladenen Workshops. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf dem voneinander-lernen, auf dem Austausch; die Konferenz soll Raum bieten für experimentelle Veranstaltungen; für das Ausprobieren von Neuem. Wenn ihr einen Workshop anbietet, könnt ihr für Euch selbst neues Ausprobieren und erfahren, selbst von den Teilnehmerinnen lernen. Ihr müsst keine Expertinnen sein, um einen Workshop anzubieten bzw. zu organisieren. Ebenso können Workshops jederzeit - bis kurz vor ihrem stattfinden - initiert werden.

Entwicklung als Thema

Wir wünschen uns, dass die Workshops der Konferenz das Thema "Entwicklungen" aufgreifen. Wir wünschen uns eine Reflexion über die Entwicklung der Konferenz und der Community selbst als Thema auf der Konferenz: Wo stehen wir mit der Konferenz? Welche Entwicklungen gab es? Wo wollen wir hin? Wie sieht die Konferenz in fünf, wie in weiteren zehn Jahren aus?

Und was ist mit Konferenzthemen - Flogging 101 forever, oder wie ging es weiter, wie kann es weitergehen?

Interessant finden wir das Thema "Entwicklungen" auch im kleineren, privaten Rahmen: Wie Entwickeln sich Beziehungen im BDSM-Umfeld - wie Entwickeln sich Spielbeziehungen über die Jahre, wie Entwickeln sich unsere Partnerschaften und andere Beziehungen im Einfluss der Community?

Und was ist mit BDSM selbst? Immer das gleiche oder gab es auch hier Entwicklungen? Welche Entwicklungen wünscht Ihr Euch?